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Fachworkshop Chemisches Recycling in Leuna

Beim Fachworkshop Chemisches Recycling in Leuna wurden am 24. November 2025 neue Technologien, technische Verfahren und Rahmenbedingungen für eine bessere Nutzung von Kunststoffabfällen vorgestellt. Die Veranstaltung im cCe Kulturhaus Leuna verband Beiträge aus Chemieindustrie, Kreislaufwirtschaft, Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltung und Politik.

Chemisches Recycling als Ergänzung bestehender Verfahren

Deutschland verfügt über eine hochwertige Recyclingstruktur. Zugleich besteht bei Kunststoffabfällen weiteres Optimierungspotenzial. Nach den Angaben der Veranstaltungsunterlagen wird etwa ein Drittel der Kunststoffe recycelt, während zwei Drittel thermisch verwertet werden.

Der Fachworkshop zeigte, wie chemisches Recycling und vergleichbare Verfahren bestehende Stoffkreisläufe ergänzen können. Dabei werden Kunststoffabfälle in Grundbausteine zerlegt, aus denen erneut Kunststoffe hergestellt werden können.

Verfahren des chemischen Recyclings

Im Mittelpunkt standen verschiedene technische Ansätze:

  • Pyrolyse,
  • katalytische Spaltung,
  • Vergasung,
  • lösungsmittelbasiertes Newcycling,
  • Verölung.

Diese Verfahren können die Nutzung von Kunststoffabfällen verbessern und zugleich dazu beitragen, fossile Rohstoffe im chemischen Bereich zu ersetzen.

Fachworkshop Chemisches Recycling in Leuna

Der Fachworkshop fand am Montag, dem , von 9:30 bis 16:15 Uhr statt. Der Einlass begann um 9:00 Uhr.cCe Kulturhaus Leuna
Spergauer Straße 41A
06237 Leuna

Die Pausen boten Gelegenheit für bilaterale Gespräche, fachlichen Austausch und Networking. Für die Teilnehmenden wurden Speisen und Getränke bereitgestellt.

Ziele und Teilnehmerkreis

Die Veranstaltung stellte neue Technologien des chemischen Recyclings und vergleichbarer Verfahren vor. Zugleich setzte sie Impulse für die Bereitstellung entsprechend aufbereiteter Stoffströme.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Wirtschaft diskutierten über die Rahmenbedingungen und Perspektiven des chemischen Recyclings.

Für Unternehmensvertreter betrug die Teilnahmegebühr 100 Euro zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Für Teilnehmende aus Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Politik war die Veranstaltung kostenfrei.

Eröffnung und fachliche Einführung

Jörg Schulze, Vorsitzender des Vorstandes der Umweltvereinigung Mitteldeutsches Kompetenznetzwerk Kreislaufwirtschaft e. V., eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Teilnehmenden.

Das anschließende Grußwort hielt Dr. Christof Günther, der in den Veranstaltungsunterlagen auch als Beiratsmitglied der Umweltvereinigung genannt wird.

Perspektiven aus Chemieindustrie und Kreislaufwirtschaft

Die ersten Fachbeiträge betrachteten das chemische Recycling aus der Perspektive der Chemieindustrie und der Kreislaufwirtschaft:

  • Chemisches Recycling aus Sicht des Verbandes der Chemischen Industrie
    Referentin: Dr. Tina Buchholz, Abteilungsleiterin Energie, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft beim Verband der Chemischen Industrie e. V.
  • Chemisches Recycling aus Sicht der Kreislaufwirtschaft
    Referent: Thomas Obermeier, Ehrenvorsitzender der DGAW und Beiratsmitglied der Umweltvereinigung Mitteldeutsches Kompetenznetzwerk Kreislaufwirtschaft e. V.

Pyrolyse und Verflüssigungstechnologie

Ein weiterer Veranstaltungsblock befasste sich mit Pyrolyse und der technischen Umsetzung chemischer Recyclingverfahren:

  • Pyrolyse – Pool in Loop
    Referent: Prof. Dr. Mathias Seitz, Professur für Verfahrenstechnik und Technische Reaktionsführung an der Hochschule Merseburg sowie Beiratsmitglied der Umweltvereinigung
  • Quo vadis chemisches Recycling? Technische und ökonomische Herausforderungen bei der Kommerzialisierung der Verflüssigungstechnologie von carboliq
    Referent: Dr.-Ing. Stephan Aschauer, Leiter Forschung und Entwicklung bei der CARBOLIQ GmbH

Newcycling, Vergasung und zukunftssichere Kunststoffe

Nach der Mittagspause wurden weitere technologische Ansätze vorgestellt:

  • Einblick in LyondellBasells Recyclingtechnologien: Newcycling und MoReTec
    Referent: Hagen Hanel, Leiter Forschung und Entwicklung bei der LYB Solvent Recycling GmbH
  • Integration der Vergasung in das chemische Recycling
    Referent: Dr.-Ing. Stefan Guhl, Abteilungsleiter für Thermochemische Konversion am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der TU Bergakademie Freiberg
  • Zukunftssichere Kunststoffe
    Referent: Manuel Häußler, Gründer, Chief Scientific Officer und Forschungsgruppenleiter bei Aevoloop, den Max-Planck-Instituten und dem Center for the Transformation of Chemistry

Politische und regulatorische Perspektiven

Zum Abschluss wurde die Rolle des chemischen Recyclings aus Sicht des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt betrachtet:

  • Aus Sicht des Bundes
    Referentin: Dr. Julia Vogel, Fachgebietsleiterin „Abfalltechnik, Abfalltechniktransfer“ beim Umweltbundesamt
  • Aus Sicht des Landes Sachsen-Anhalt
    Referent: Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt sowie Vorsitzender des Beirats der Umweltvereinigung

Ablauf des Fachworkshops

  • Ab 9:00 Uhr: Einlass
  • 9:30 bis 10:00 Uhr: Eröffnung, Begrüßung und Grußwort
  • 10:00 bis 12:00 Uhr: Beiträge zu Chemieindustrie, Kreislaufwirtschaft, Pyrolyse und Verflüssigungstechnologie
  • 12:00 bis 13:00 Uhr: Mittagspause und Networking
  • 13:00 bis 14:30 Uhr: Newcycling, Vergasung und zukunftssichere Kunststoffe
  • 14:30 bis 15:00 Uhr: Kaffeepause und Networking
  • 15:00 bis 16:00 Uhr: Perspektiven von Bund und Land Sachsen-Anhalt
  • 16:00 bis 16:15 Uhr: Schlusswort

Thomas Obermeier moderierte die Veranstaltung. Das Schlusswort hielt Jörg Schulze.

Austausch über die Zukunft des chemischen Recyclings

Das Programm verband technische Entwicklungen mit wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Fragestellungen. Der Fachworkshop ermöglichte damit einen umfassenden Austausch darüber, welche Rolle chemisches Recycling und ergänzende Verfahren künftig bei der Nutzung von Kunststoffabfällen und beim Ersatz fossiler Rohstoffe übernehmen können.